Konzertbesuche

Nachträge

  • Am 14.6. waren Vocaldente und am 12.7. Füenf jeweils um 18:00 Uhr bei “Sonntags ans Schloß”. Beides gut, aber Füenf deutlich besser.
  • Unser neues Auto ist da. Und es hat eine noch neuere Fahrertür.
  • Ich war Kandidat der Piratenpartei zur Bundestagswahl. Wir haben verloren ;-)
  • Charles Darwins Entstehung der Arten hatte Geburtstag. Aber er selbst hatte das ja auch schon dieses Jahr. Daher nur nochmal kurz:
    • Ja, Darwin hat die Evolutionsbiologie begründet, aber seither hat es viele wissenschaftliche Fortschritte gegeben, ist ja auch was her. Wer glaubt, kritisieren zu müssen, sollte diese Fortschritte bitte auch beachten.
    • Darwin hat einen Mechanismus gezeigt, wie sich ohne lenkenden Einfluss die Artenvielfalt entwickelt hat. Auf die Frage “muss man dass immer entweder oder sehen? Können die Arten nicht voneinander abstammen, aber Gott hat da gelegentlich lenkend eingegriffen?” kann man daher nur sagen: Ja - entweder Darwin hat Recht und ich brauche für die Artenentstehung keinen Gott. (Und wenn es ihn gibt und er eingegriffen hat, dann hat er so eingegriffen, dass man davon nichts merkt. Wozu dann das, war ihm langweilig?) Oder: Man sagt das Darwin Unrecht hat. Womit wir zu der Forschung der letzten 150 Jahre zurückkämen.
    • Darwin hat nicht gezeigt, wo überhaupt das erste Leben hergekommen ist, oder die Erde oder das Universum oder die (tatsächlich oder vermeintlich) so toll auf unsere Entstehung hin optimierten Naturkonstanten. Aber er hat bei einem Thema gezeigt, von dem bis dahin alle glaubten, dass schiere (vermeintliche) Unerklärbarkeit nicht ein Beleg für ungenügendes Wissen, sondern ein Beweis für Gott sei, dass es trotzdem eine natürliche Erklärung gibt. Das ist kein Beweis, dass dies bei allen anderen Problemen, genauso ist, aber es ist eine große Mahnung, fehlendes Wissen nicht für einen Gottesbeweis zu halten.
  • Ich twitter. Oder twittere? Wie auch immer: http://twitter.com/jnfingerle

A cappella mal Fünf

Man kann so einen Nachtrag auch nicht ewig vor sich herschieben: Wir hatten neulich wieder mal Stimmflut im Saarland und wie letztes Jahr hatten sich auch diesmal Viva Voce zwei andere A-cappella-Gruppen in die Illipse in Illingen eingeladen, zwei Niederländer: Rock4 und Intrmzzo. Jede Band anders, jede Band gut — Rock4 war erwartungsgemäß nicht witzig, aber sängerischer Wahnsinn, Intrmzzo und Viva Voce (diese mit einem neuen Sänger) dann nicht ganz so ernst, aber deshalb nicht weniger gut. Kurz: Hoffentlich geht es nächstes Jahr weiter.

Bis nächstes Jahr ist es aber etwas hin, aber dafür gibt es noch die Vorfreude: Am 14.6. kommen Vocaldente und am 12.7. Füenf jeweils um 18:00 Uhr zu “Sonntags ans Schloß” …

Waschkraft

Ehe die Erinnerung sich, was in meinem Alter inzwischen ja recht schnell passiert, endgültig in kleine hellgraue Rauchwölkchen auflöst, hier also noch eine Kurzkritik zu unserem Konzertbesuch bei Waschkraft.

Am 18. Oktober war also Waschkraft in Merzig. Da der Zeltpalast offenkundig schon zur Deckung des Kulturhaushalts verkauft worden war, wurde das Publikum kurzfristig in die Stadthalle umgeleitet, ein charmantes Gebäude, das architektonisch die Tradition der Aula der Heinrich-Schütz-Schule in Kassel und des Musiksaals an der Universität des Saarlandes fortsetzt. Nur nicht ganz so schön.

Das Konzert war, davon aber ganz unbelastet, sehr gut. Waschkraft ist sicher nicht ganz so professionell wie die größeren Namen der deutschen A-cappella-Szene: Die Stimmen sind nicht ganz so gut ausgebildet, die “Bühnenshow” ist nicht ganz so durchgestylet. Aber sie sind verdammt gut, mit witzigen Ideen, ob in Musik und Text, oder auch in den Moderationen, sehr spontan und lustig und gut anzuhören — kurz: Alles das, was man sich von so einem Abend erwartet. (OK, das schreibe ich vielleicht bei jeder Kritik — im Gegensatz zu Zeitungskritikern werde ich aber zum Glück auch nicht auf schlechte Konzert geschickt.) Das schöne an Waschkraft ist dabei, dass das Programm sich eben schon in seiner Skurrilität ein wenig von den Etablierten absetzt, ohne aber am Ende zu sehr abzuheben. Meinen Informatikerhumor haben sie auf jeden Fall getroffen.

Als kleine Band legt Waschkraft offensichtlich wert auf Kundenbindung, weshalb alle verkauften CDs nur mit frischen vier Autogrammen über die Theke gingen. Wer also mal eine CD ohne Autogramme erwischt: Unbedingt aufbewahren, die wird sicher mal was wert!

Es lebe die Stimme

Am Sonntag war Viva Voce in Saarbrücken bei “Sonntags ans Schloß”. Ihre Stimmflut hatte ich ja dieses Jahr schon erlebt, nun also ein Open-Air-Konzert von der Truppe, und zwar eines, bei dem sie sich die Zeit nicht mit zwei anderen Gruppen teilen mußten.

Um’s kurz zu machen: Die Jungs sind einfach gut. Und das gilt für alle Aspekte des Auftritts, also die eigenen Songs, die interessant umgesetzen Cover, den eigentlichen Gesang, Performance und Moderation sowie die Mischung auf Spaß und Ernst. Und sie waren nicht kleinlich: Die Pause war kurz und das Konzert am Ende (mit der Pause) fast zwei Stunden lang - was, wenn man die ganze Zeit singen muss, schon viel ist. Alles in allem also das oder noch mehr als das, was ich von einem guten A-cappella-Konzert erwarte.

Natürlich hat das Konzert die Erinnerung an die Begebenheit in Unterhöllgrund geweckt, als “(Chor-)Dirk mit zwei Freunden an Bier und Klavier die ganze Truppe mit A-Cappella-Klavier-Musik erfreute” — das war unser “Privat-Konzert” mit Viva-Voce-Bass Heiko … und auch damals gab es schon Joint-Venture-Cover, schön dass diese Tradition bei Viva Voce weiterlebt.

Nun, gute sieben Jahre später macht Heiko seine Musik professionell. Eine gute Entscheidung. Zum nächsten Konzert hier in der Nähe will ich auf jeden Fall wieder hin.

Maybebop am Schloß

Nach einer langen Durststrecke hatten wir hier in der Gegend nun also zwei A-cappella-Konzerte an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden. Über Stimmflut habe ich ja schon geschrieben. Gestern war nun Maybebop bei “Sonntags ans Schloß”.

Um es kurz zu sagen: Genial. Das Programm bestand aus eigenen Titeln und Covern, letztere aber in Bearbeitungen, die den Charakter des Stücks komplett veränderten. Das ganze humorvoll präsentiert und wahnsinnig gut gesungen, also kurz gesagt: Alles das, was ich mir von einem schönen A-cappella-Konzert erwarte. Was für ein Glück, dass es auch fast überhaupt nicht ins Wasser gefallen ist, nur kurz vorher ein paar Tropfen sowie ganz zum Ende. Außerdem saßen wir unterm Schirm… ;-) Am Ende haben wir dann gleich noch drei CDs mitgenommen, Verzeihung, gekauft.

Also, ich will hier keine vollständige Konzertkritik schreiben, aber eins ist klar: Nächstes mal gehen wir wieder hin. — Vorher gibt es aber bei “Sonntags ans Schloß” am 17. August Viva Voce zu hören. Und dass auch die gut sind, konnte ich ja am letzten Wochenende erst hören.

Stimmflut

Ich war eben in Illingen in der “Illipse” beim a-cappella-Konzert “Stimmflut”: Drei A-cappella-Gruppen in einem Konzert. Mein holdes Weib musste arbeitend zu Hause bleiben, dafür war eine befreundete Strohwitwe mit dabei.

Das Programm bestand aus Viva Voce und zwei Bands, die sie “eingeladen” hatten:

Aquabella

Als Gegenpol zu den reinen Männergruppen, die — wenigstens in der öffentlichen Wahrnehmung — die A-cappella-Szene dominieren, ist Aquabella eine Gruppe von vier Frauen. Wahnsinnig sauberer Harmoniegesang mit Liedern in verschiedenen Sprachen aus verschiedenen Ländern. Der Auftritt hat mich ein wenig an Rock4 erinnert. Sehr schön, und gut anzuhören!

Viva Voce

Mit Viva Voce wurde es poppiger und etwas weniger ernst, aber sicher nicht schlechter. Die gute Stimmung sprang locker über. Aber viel muss ich über Viva Voce nicht erzählen, denn am 17. August kann man sie in Saarbrücken um 18:00 beim Schloßplatzkonzert hören. Ich habe auf jeden Fall vor, hinzugehen.

The House Jacks

Die House Jacks hatte ich schonmal in Bonn im Pantheon gehört. Davon hatte ich noch in Erinnerung, dass deren Musik eingentlich nicht so ganz mein Fall ist, es mir aber trotzdem riesig gefallen hat. Das Konzert hat mich daran erinnert, warum: Zum einen sind sie technisch wahnsinnig gut, insbesondere einer von Ihnen, der Beatboxing in einer Weise betreibt, dass man nicht glaubt, dass das ein Mensch macht. Noch viel ehrfurchteinflößender und spaßiger war die halbe Stunde, in der sie sich Titel zurufen liessen, die sie dann spontan sangen, einzige Vorgabe: Sie dürfen den Titel noch nie geprobt haben. Dabei kamen erstaunlich gute Sachen heraus.

Viva Voce hatte vorher sowas ähnliches gemacht, indem sie sich Musikstile zurufen ließen, die sie dann umsetzten — auch sehr lustig, aber zu Viva Voce wollte ich ja nicht mehr viel schreiben, sondern einfach alle auffordern, am 17. August hinzugehen … und wenn das nicht klappt: Nächstes Jahr gibt es wieder einen solchen Abend in der Illipse.

Dieses Jahr war der dortige A-cappella-Abend “Stimmflut aber auf jeden Fall lohnenswert!

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